Ihr Urlaub. Ihre gute Zeit. Ihre Rechte.

Auch arbeitsrechtlich ist Urlaub nicht gleich Urlaub. Er dient der Erholung, der Bildung oder hat als Sonderurlaub besondere persönliche Gründe.
Das Bundesurlaubsgesetz regelt den Erholungsurlaub, der daher keiner ausdrücklichen Vereinbarung mit dem Arbeitgeber bedarf. Er dient in erster Linie der Erhaltung und der Wiederherstellung der Arbeitskraft des Arbeitnehmers.
Im Minimum sind einem Arbeitnehmer nach den entsprechenden gesetzlichen Regelungen vier Wochen Urlaub zu gewähren. Um es ganz exakt zu definieren: 24 Werktage pro Kalenderjahr. Arbeiten Sie fünf Tage in der Woche entspricht dies auf das Jahr gerechnet 20 Arbeitstagen.

Wie gesagt, dies ist das Minimum an Urlaub, das Ihnen zusteht. Tarifverträge und manche Einzelarbeitsverträge formulieren die Urlaubsdauer oftmals erheblich großzügiger. Daher liegt auch der Durchschnitt deutlich höher: 29 Tage Urlaub im Jahr, dazu noch die gesetzlichen Feiertage: Gute Erholung!

Nun wollen Sie wissen, wann und wie Sie Ihren Urlaub tatsächlich nehmen können. Ganz besonders ist dies natürlich von Belang, wenn Sie Ihre Arbeitsstelle erst vor kurzem angetreten haben. Fach-terminologisch sprechen wir von der Fälligkeit des Urlaubsanspruches. Auch dafür findet sich eine Regelung im Bundesurlaubsgesetz.
Etwas Geduld ist nötig. In vollem Umfang, also alle 24 Werktage umfassend, entsteht der Urlaubsanspruch erstmalig zum Zeitpunkt des sechsmonatigen Bestehens des Arbeitsverhältnisses. Bis dahin kann Ihnen Ihr Urlaub nur teilweise zugesprochen werden.
Weil Sie sich in Ihrem Urlaub erholen sollen und das seine Zeit braucht, soll der Urlaub zudem grundsätzlich zusammenhängend gewährt bzw. genommen werden. Das ist die Theorie, in der Praxis ist dies eher selten der übliche Fall.

Auch Ihre zeitlichen Vorstellungen – Wann möchten Sie den Urlaub nehmen? – sind natürlich wichtig und nach dem Bundesurlaubsgesetz durch den Arbeitgeber zu berücksichtigen, wenn dem keine dringenden betrieblichen Belange entgegenstehen oder Ihre zeitlichen Interessen mit den Vorstellungen anderer Arbeitnehmer kollidieren, die unter sozial motivierten Aspekten vorrangig zu behandeln sind.

Ist es erst einmal soweit und der Urlaub durch den Arbeitgeber zugesprochen, können selbst betriebliche Gründe nicht ohne Weiteres dazu führen, dass er noch widerrufen werden kann. Regelmäßig kennt der Arbeitgeber seine betrieblichen Belange und wie er mit Personalengpässen in der Urlaubszeit umzugehen hat. Sollte es wirklich einmal knapp werden, bleibt ihm nur, Sie zu fragen, ob Sie ihm zeitlich entgegenkommen können.
Kommt es dennoch dazu, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen keinen Urlaubs gewährt und dies als betrieblich bedingt begründet, dann können Sie diese Urlaubsgewährung gerichtlich durchsetzen und sei es durch eine einstweilige Verfügung.

Zu dem Recht auf Urlaub haben Sie noch das Recht auf bezahlten Urlaub, denn Ihr Erholungsurlaub, Ihre gesunde Freizeit, ist ein Teil Ihrer Arbeitsleistung. Von der Pflicht, diese Arbeitsleistung auch tatsächlich zu erbringen sind Sie für die Dauer Ihres Urlaubs zwar befreit. Doch erhalten Sie auch während des Urlaubs Ihr Arbeitsentgelt. Entweder in Form des üblichen Gehalts oder, wenn eine tarifliche Bindung besteht, durch die Urlaubskasse, die durch Pflichtbeiträge der Arbeitgeber finanziert wird.

Ihr Erholungsurlaub soll Ihrer Erholung dienen und Ihnen keine Sorgen bereiten. Auch keine finanziellen Sorgen. Anders als in den Fällen einer Freistellung von der Arbeit oder wenn Sie einen Bildungsurlaub absolvieren, wird Ihnen Ihr Gehalt in der vollen üblichen Höhe gezahlt, um jeden direkten finanziellen Nachteil zu vermeiden. Ist ein Stundenlohn vereinbart, fehlt eine solche feste Größe. Hier errechnet sich das Urlaubsentgelt aus dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, der in den letzten 13 abgerechneten Wochen vor dem Antritt des Urlaubs erzielt wurde.

Vom Urlaubsentgelt ist das Urlaubsgeld zu unterscheiden. Das Urlaubsgeld ist eine betriebliche Sonderzuwendung. Wird es unter einem Rückzahlungsvorbehalt ausgezahlt, ist sie rechtlich wie eine Gratifikation zu behandeln.

Wechseln Sie Ihren Arbeitsplatz, nachdem Ihnen bei dem alten Arbeitnehmer bereits der volle gesetzlichen Mindesturlaub zugesprochen wurde, kommt dies nach dem Bundesurlaubsgesetz dem neuen Arbeitgeber zugute, der Ihrem Urlaubsanspruch für dieses Kalenderjahr nicht mehr nachkommen muss.

Ein Anspruch auf Urlaubsabgeltung, das heißt eine Auszahlung für nicht genommene Urlaubstage, haben Sie als Arbeitnehmer nur, wenn Sie Ihren Urlaub aufgrund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht nehmen können. Ansonsten gilt ein Abgeltungsverbot.

Wenn Sie Ihren Urlaub im Kalenderjahr nicht nehmen, verfällt damit der Urlaub grundsätzlich. Es sei denn, er kann bis zu einem Stichtag in das nächste Jahr übertragen werden. Etwa infolge Krankheit oder weil Sie rechtzeitig einen Urlaubsantrag abgegeben haben, dem wegen dringender betrieblicher Gründe nicht entsprochen wurde.

Haben Sie weitere Fragen? Sprechen Sie mich, Ihren Fachanwalt für Arbeitsrecht, an.

Rechtsanwalt Jürgen Sauerborn

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