Karnevals-Hund

Karneval und Arbeitsrecht

Fasteloovend zesamme! Oder für diejenigen von Ihnen, die nicht aus der Region stammen: Guten Tag! Alle Jahre wieder übernehmen an Karneval die Jecken im Rheinland zwischen Wieverfasteloovend (Weiterfastnacht) und Äschermittwoch das Regiment: Ausgelassenes Feiern zwischen Bützje, Strüßje und dem Zoch, d’r kütt (Küsschen, Blumensträußchen und dem Karnevalsumzug).

Karneval ist aber keine rechtlose Zeit – auch wenn ich jetzt als Spielverderber gelten mag. Deshalb sollten Sie als Arbeitnehmer ein paar Grundsätze kennen.

Frei an Karneval?

An Karneval bestimmen in den Karnevalshochburgen Umzüge und Feiern das Leben. Dennoch gibt es keinen Anspruch eines Arbeitnehmers, an den tollen Tagen frei zu bekommen.

Der Arbeitgeber kann grundsätzlich frei entscheiden, ob an Rosenmontag normal gearbeitet wird oder nicht. Alternativ kann der Arbeitgeber den Tag quasi zum bezahlten „Feiertag“ erklären. Ein etwaig vorhandener Betriebsrat hat in diesen Angelegenheiten kein Mitbestimmungsrecht aus § 87 Absatz 1 Nr. 2 oder 3 BetrVG.

Dennoch kann ein Arbeitnehmer einen Anspruch darauf haben, von der Arbeit befreit zu werden. Ein solcher Anspruch kann in einem Tarifvertrag, einer freiwilligen Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag geregelt sein. Aber selbst, wenn eine solche Regelung nicht besteht, mag eine „betriebliche Übung“ bestehen. Wenn Ihnen der Arbeitgeber mindestens in den letzten drei Jahren an Rosenmontag frei gegeben hat, ohne ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass er das freiwillig macht oder er sich vorbehält, das in der Zukunft anders zu regeln, haben Sie gute Karten.

Falls dies nicht der Fall ist, müssen Sie Urlaub einreichen.

Alkohol am Arbeitsplatz an Karneval

Es gehört zu den Pflichten eines Arbeitnehmers, ihre Leistungsfähigkeit und die Sicherheit am Arbeitsplatz nicht durch Alkohol zu gefährden. Entsprechen kann der Arbeitgeber ein Alkoholverbot verhängen, was allerdings mitbestimmungspflichtig durch den Betriebsrat ist.

Schnipp-schnapp – Krawatte ab?

 

An Weiberfastnacht ist es Usus, dass die holde Weiblichkeit den Herren der Schöpfung den „Langbinder“, also die Krawatte mittels Schere kürzt. Dieser Akt der Textilienvernichtung soll symbolisch zeigen, dass die „jecken Weiber“ die Herrschaft übernehmen. Ob das angesichts der Gleichberechtigung von Mann und Frau noch zeitgemäß ist, können Sie selbst entscheiden. Frauen sollten sich nur im Klaren darüber sein, dass das ungewollte Abschneiden von Krawatten dem Krawattenträger einen Schadensersatzanspruch gibt, so das Amtsgericht Essen, Urteil vom 3.2.1988 – 20 C 691/87.

Rechtsanwalt Jürgen Sauerborn

Rechtsanwalt Jürgen Sauerborn

Ich erteile Ihnen gerne weitere Auskünfte:
Flach-Fengler-Straße 67-69
50389 Wesseling
Telefon: 02236 - 39 47 88
Telefax: 02236 - 39 47 89
eMail: kontakt@anwalt-arbeitsrecht-koeln.org

Newsletter Arbeitsrecht
Sauerborn: Ratgeber & Kosten Kündigung und KündigungsschutzklageKostenloser und wöchentlicher Newsletter mit Tipps, Tricks und Checks zum Arbeitsrecht.
Abonnenten erhalten mein Buch
"Ratgeber & Kosten Kündigung und Kündigungsschutzklage" -
exklusiv und kostenlos.
Datenschutzhinweis

Rechtsanwalt Jürgen Sauerborn

Letzte Artikel von Rechtsanwalt Jürgen Sauerborn (Alle anzeigen)

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar